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Barth - Bericht  
   
 
   
   
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Tourist-Information - Barth  
   

Kurzbiografie: Barth

Einwohner: ca. 7.500 in der Gesamtstadt
Lage: Mecklenburg-Vorpommern, Landkreis Vorpommern-Rügen, am südlichen Ufer des Barther Boddens und östlich des Flusses Barthe, eingebettet in die Küstenlandschaft zwischen Ostsee und Festland auf etwa 5–35 Metern Höhe
Anreise: Über die B105 und L21, die in der Nähe verlaufen; Autobahnanbindung über A20 (Anschlussstelle Grimmen) mit etwa 20 Minuten Zufahrt; Bahnanschluss über den Bahnhof Barth mit Regionalverkehr Richtung Stralsund und Rostock; Ostseeflughafen Stralsund-Barth direkt südlich der Stadt; Buslinien der VVP erschließen die Ortsteile
Besonderheiten: Staatlich anerkannter Erholungsort, historische Hansestadt mit erster urkundlicher Erwähnung 1255, St.-Marien-Kirche als bedeutender Backsteingotik-Bau aus dem 13. Jahrhundert, Vineta-Museum mit internationalen Sonderausstellungen und der Barther Bibel (1584–1588), mittelalterliche Stadtbefestigung mit Dammtor und Fangelturm, Adliges Fräuleinstift aus dem 18. Jahrhundert, ehemalige Residenzstadt der Pommernherzöge (1478–1603), traditioneller Schiffbau und Seefahrt, Barther Kinderfest seit 1828 als ältestes Kinderfest Mecklenburg-Vorpommerns und Teil des immateriellen Kulturerbes, Niederdeutsches Bibelzentrum St. Jürgen, Nähe zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Ortsbeschreibung: Barth – Vinetastadt, Bodden und pommersche Gemeinschaft an der Ostseeküste

Barth ist ein Ort, der seine reiche Geschichte nicht nur bewahrt, sondern im Alltag lebendig werden lässt. Gelegen am südlichen Ufer des Barther Boddens, eingebettet in die maritime Landschaft der vorpommerschen Ostseeküste und umgeben von Wasser, Wäldern und Feuchtgebieten, verbindet der Ort jahrhundertealte Hansestadt-Tradition mit einer modernen, tourismusorientierten Stadtentwicklung. Die Wurzeln Barths reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück: 1159 erstmals als „Barta provincia" erwähnt, erhielt Barth um 1240/1250 das Lübische Stadtrecht und wurde 1255 erstmals urkundlich als Stadt bezeichnet. Im 15. und 16. Jahrhundert entwickelte sich Barth zur Residenzstadt der Pommernherzöge – insbesondere Bogislaw XIII. residierte hier von 1570 bis 1603 und prägte die Stadt nachhaltig. Diese historische Kontinuität prägt das Selbstverständnis bis heute: Barth versteht sich nicht als museale Kleinstadt, sondern als lebendiger Teil der vorpommerschen Kulturlandschaft, in der Geschichte, Maritime Tradition und Gemeinschaft sich sinnvoll verbinden.

Das kulturelle Leben Barths ist untrennbar mit seiner Kirchen- und Residenztradition verwoben. Die St.-Marien-Kirche, eine beeindruckende Backsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert im Stil der norddeutschen Backsteingotik, ist nicht nur spiritueller Mittelpunkt, sondern auch kulturelles Wahrzeichen der Stadt. Ihr schlichter, aber eindrucksvoller Innenraum mit der historischen Buchholz-Orgel, die 1856 von Friedrich August Stüler im neugotischen Stil umgestaltet wurde, zeugt von Generationen des Glaubens und der Gemeinschaft. Das Vineta-Museum, das Exponate zur Stadtgeschichte zeigt und für seine international bedeutsamen Sonderausstellungen bekannt ist (2007 wurden hier Originalgraphiken von Rembrandt van Rijn ausgestellt), verbindet lokale Identität mit überregionaler Kultur. Das Niederdeutsche Bibelzentrum St. Jürgen in der ehemaligen Hospitalkapelle aus dem 14. Jahrhundert beherbergt die Barther Bibel (1584–1588), die erste in Pommern gedruckte Bibel in niederdeutscher Sprache. Die mittelalterliche Stadtbefestigung mit dem Dammtor aus dem 15. Jahrhundert und dem Fangelturm lädt zu historischen Spaziergängen ein. Das Adlige Fräuleinstift, 1733 anstelle des verfallenen Schlosses errichtet, ist ein architektonisches Juwel des 18. Jahrhunderts. Der historische Marktplatz mit dem Fischbrunnen von Wilhelm Löber und den traditionellen Bürgerhäusern bildet das Herz der Altstadt. Das kulturelle Angebot wird durch ein lebendiges Vereinsleben ergänzt: Über zahlreiche Vereine organisieren das gesellschaftliche Miteinander – Schützenverein, Musikverein, Gesangverein, Sportclubs und die Freiwillige Feuerwehr gestalten das Jahr über Feste, Umzüge und Begegnungen, die den sozialen Zusammenhalt stärken. Besonders das Barther Kinderfest (seit 1828 und seit 2016 Teil des immateriellen Kulturerbes), das Barther Metal Open Air, die Hafen- und Segeltage im Sommer, das Mittsommerfest am Barther Bodden und der Barther Karneval ziehen Besucher aus der ganzen Region an und verbinden Generationen.

Die regionale Küche ist ein weiterer kultureller Anker. Typisch vorpommersche und norddeutsche Gerichte wie Fischbrötchen mit Ostseehering, Grünkohl mit Pinkel, Rote Grütze, Räucherfisch oder Barther Spezialitäten werden in den Gaststätten gepflegt. Die Nähe zur Ostsee und zum Bodden prägt die kulinarische Identität: Frischer Fisch wie Hering, Dorsch, Flunder und Zander gehören zum Alltag. Zunehmend setzen lokale Wirte und Erzeuger auf regionale Produkte: Fisch aus dem Bodden, Honig, Beeren, Kartoffeln und Milchprodukte aus der Region finden den Weg auf die Teller. Wochenmärkte und der Barther Bauernmarkt bieten Plattformen für Direktvermarktung und Begegnung. Diese kulinarische Identität wird auch bei Festen und Vereinsveranstaltungen gefeiert und trägt zum Gemeinschaftsgefühl bei.

Wirtschaftlich erfüllt Barth die Funktion eines lokalen Zentrums für das nördliche Vorpommern. Zu den wichtigsten Arbeitgebern zählen der Tourismus, mittelständische Unternehmen aus den Bereichen Handwerk, Logistik, Dienstleistung und Einzelhandel, sowie der Ostseeflughafen Stralsund-Barth. Die industrielle Tradition der Stadt – geprägt durch Schiffbau (bis zu sieben Werften im 18. und 19. Jahrhundert), Seefahrt und Fischerei – wirkt bis heute nach und hat sich zu modernen Dienstleistungsbranchen weiterentwickelt. Die Nähe zu Stralsund, Ribnitz-Damgarten und der Ostseeküste fördert Pendlerströme, aber auch die Ansiedlung kleinerer Betriebe. Der Tourismus spielt eine zentrale, aber kontrollierte Rolle: Kulturinteressierte, Natur Liebhaber, Radfahrer, Wassersportler und Geschichtsinteressierte schätzen die Authentizität und Ruhe des Ortes. Die Infrastruktur des täglichen Bedarfs ist gut ausgebaut, spezialisierte Angebote finden sich im nahen Stralsund, Ribnitz-Damgarten oder Greifswald.

Die politische Kultur Barths ist geprägt von bürgernaher Mitgestaltung und pragmatischer Zusammenarbeit. Als Stadt im Landkreis Vorpommern-Rügen wirkt Barth über den Stadtrat und den Bürgermeister an regionalen Entscheidungen mit. Themen wie Tourismusförderung, Denkmalschutz der historischen Altstadt, bezahlbarer Wohnraum, Nahmobilität im ländlichen Raum und die Stärkung der regionalen Wirtschaft stehen regelmäßig auf der Agenda. Der demografische Wandel wird aktiv gestaltet: Durch attraktive Wohnquartiere am Bodden, gute Schulen und Kitas sowie ein starkes Vereinsnetzwerk gelingt es, junge Familien im Ort zu halten. Die Partnerschaften mit europäischen Gemeinden unterstreichen den internationalen Horizont der Stadt.

Gesellschaftlich ist Barth ein Ort des Miteinanders. Die vorpommersche Mentalität – bodenständig, herzlich, zuverlässig – prägt das Zusammenleben. Kirchliche Gemeinden, interkulturelle Initiativen und Nachbarschaftshilfe gestalten das Miteinander. Die Ruhe des Barther Boddens, die Kraft der Ostseeluft und die Wärme der Gastfreundschaft schaffen einen Raum, in dem Menschen zur Besinnung kommen. Für Besucher bietet Barth einen authentischen Einblick in die Kultur einer historischen Hansestadt in Mecklenburg-Vorpommern. Es ist ein Ort, an dem man Geschichte anfassen, im Vineta-Museum staunen und mit Einheimischen ins Gespräch kommen kann. Die Kultur ist hier keine Inszenierung, sondern gelebte Praxis. Wer Deutschland jenseits der Großstädte verstehen will, findet in Barth ein Beispiel dafür, wie Hansestadt-Tradition, maritime Kultur und regionale Gemeinschaft sich verbinden lassen.

Ausflüge in die Umgebung

Stralsund: Hansestadt mit UNESCO-Welterbe Altstadt, Ozeaneum und kulturellem Angebot – nur etwa 25 Minuten mit der Bahn oder dem Auto entfernt.

Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft: Einzigartige Küstenlandschaft mit Wanderwegen, Vogelbeobachtung und Naturerlebnis – direkt vor der Haustür.

Fischland-Darß-Zingst: Halbinsel mit Ostseestränden, Leuchttürmen und Naturerlebnis – rund 30 Minuten mit dem Auto.

Ribnitz-Damgarten: Doppelstadt mit Bernsteinmuseum, Altstadt und kulturellem Angebot – etwa 20 Minuten mit dem Auto.

Rügen: Deutschlands größte Insel mit Kreidefelsen, Stränden und Naturerlebnis – etwa 40 Minuten mit der Fähre von Stralsund.

Greifswald: Universitätsstadt mit Historischem Rathaus, Museum und kulturellem Angebot – rund 40 Minuten mit dem Auto.

Ostseeflughafen Stralsund-Barth: Regionalflughafen mit Verbindungen in deutsche Städte – direkt südlich der Stadt.

Barther Bodden: Wasserlandschaft mit Bootsfahrten, Angeln und Naturerlebnis – direkt vor der Haustür.

Barth

 

 
   
   
 
   
   

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