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Bachem - Bericht  
   
 
   
   
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Tourist-Information - Bachem  
   

Kurzbiografie: Bachem

Einwohner: ca. 5.400, Stadtteil von Frechen im Rhein-Erft-Kreis
Lage: Nordrhein-Westfalen, Rhein-Erft-Kreis, südöstlicher Stadtteil von Frechen, eingebettet in die sanfte Landschaft zwischen Ville und Kölner Bucht, entlang des Bachemer Baches
Anreise: Über die B264, die direkt durch den Ort führt; Autobahnanbindung über A1 (Anschlussstellen Frechen oder Gleuel) mit kurzer Zufahrt; Bahnanschluss über die Haltepunkte in Frechen oder Köln mit Regional- und Stadtbahnverkehr, lokale Buslinien der KVB und REVG erschließen Bachem direkt
Besonderheiten: Erstmals 893 im Prümer Urbar erwähnt, historisch gewachsene Doppelsiedlung aus Ober- und Unterbachem, Burg Bachem und Haus Bitz als historische Adelssitze, Pfarrkirche St. Mauritius von 1721 mit barocker Ausstattung, Heilig-Geist-Kirche von 1962 als moderner Kirchenbau, ehemalige Braunkohlegrube Schallmauer als industrielles Erbe, starkes Vereinsleben mit VfR Bachem und lokalen Initiativen

Ortsbeschreibung: Bachem – Historische Vielfalt und dörfliche Gemeinschaft am Rande von Köln

Bachem ist ein Ort, der auf den ersten Blick wie ein ruhiger Wohnvorort wirkt, bei genauerem Hinsehen aber eine bemerkenswerte historische Schichtung und kulturelle Eigenständigkeit offenbart. Geografisch liegt der Stadtteil im Südosten Frechens, eingebettet in die sanfte Übergangslandschaft zwischen dem bewaldeten Ville-Hang und der offenen Kölner Bucht. Diese Lage hat Bachem schon früh zu einem Siedlungsraum gemacht: Erstmals urkundlich fassbar wird der Ort im Jahr 893 im Prümer Urbar, dem Güterverzeichnis der Abtei Prüm. Der Name leitet sich von „Bach-Heim" ab und verweist auf die Lage am Bachemer Bach, der mit zwei Quellen am Villehang entspringt und einst Mühlen und Burgweiher speiste. Diese historische Kontinuität prägt das Selbstverständnis bis heute: Bachem versteht sich nicht als museales Relikt, sondern als lebendiger Teil der Frechener Stadtgemeinschaft, in der Vergangenheit und Gegenwart sich sinnvoll verbinden.

Das kulturelle Leben Bachems ist eng mit seiner kirchlichen und dörflichen Tradition verwoben. Die Pfarrkirche St. Mauritius, 1721 als Burgkapelle der Freiherrn von Geldern errichtet, ist nicht nur architektonisches Wahrzeichen, sondern auch spiritueller und gesellschaftlicher Mittelpunkt der Gemeinde. Ihr schlichter, aber eindrucksvoller Innenraum mit barocken Ausstattungsstücken und dem markanten Turm von 1935 zeugt von Generationen des Glaubens und der Gemeinschaft. Die Heilig-Geist-Kirche, 1960 bis 1962 errichtet, ergänzt das kirchliche Angebot und steht für die moderne Entwicklung des Ortes. Das alte Pfarrhaus von 1738 neben der neuen Kirche bewahrt historische Substanz: Der Steinzeugboden im Flur, gefertigt aus senkrecht gestellten Frechener Tonplättchen, ist ein einzigartiges Zeugnis lokaler Handwerkstradition. Das kulturelle Angebot wird durch ein lebendiges Vereinsleben ergänzt: Der VfR Bachem 1932 e.V. mit seinen Fußballmannschaften und den RFC Royal Flush Cheerleadern, der Heimatverein, die Freiwillige Feuerwehr und karnevalistische Gruppen organisieren das Jahr über Feste, Umzüge und Begegnungen, die den sozialen Zusammenhalt stärken. Besonders der Karneval wird hier intensiv gelebt: Mit Sitzungen, Umzügen und Straßenfesten wird die fünfte Jahreszeit gefeiert und verbindet Generationen. Das traditionelle Schützenfest im Sommer und das Erntedankfest im Herbst sind weitere Höhepunkte, die das dörfliche Miteinander prägen.

Die regionale Küche ist ein weiterer kultureller Anker. Typisch rheinische Gerichte wie Himmel un Ääd, Rheinischer Sauerbraten, Reibekuchen mit Rübenkraut oder Panhas werden in den Gaststätten und bei Vereinsfesten gepflegt. Zunehmend finden auch regionale Produkte aus den umliegenden Höfen den Weg auf die Teller, und Wochenmärkte in Frechen stärken die Verbindung zwischen Stadt und Land. Diese kulinarische Identität wird auch bei Festen und Vereinsveranstaltungen gefeiert und trägt zum Gemeinschaftsgefühl bei.

Wirtschaftlich ist Bachem heute vor allem Wohnstandort mit dörflichem Charakter. Die Geschichte des Ortes ist jedoch auch von der Industrie geprägt: Die Grube und Brikettfabrik Schallmauer, benannt nach der Wasserburg Schallmauer an der Grenze zu Hürth, bestand von 1901 bis 1963 und prägte Generationen von Bergarbeiterfamilien. Mit dem Ende des Braunkohleabbaus wandelte sich Bachem zu einem ruhigen, begehrten Wohnort, der Familien, Pendler und Ruhesuchende gleichermaßen anzieht. Die meisten Erwerbstätigen pendeln nach Köln, Frechen oder in die umliegenden Gewerbegebiete. Dennoch gibt es lokale Handwerksbetriebe, Einzelhandel und Dienstleister, die den Ort mitprägen. Der Tourismus spielt keine dominierende Rolle, aber Wanderer und Radfahrer schätzen die Gegend als Ausgangspunkt für Touren in die Ville oder ins Vorgebirge.

Die politische Kultur Bachems ist geprägt von bürgernaher Mitgestaltung innerhalb der Stadt Frechen. Als Stadtteil wirkt der Ort über den Ortsvorsteher und den Stadtrat an kommunalen Entscheidungen mit. Themen wie Dorferneuerung, Breitbandausbau, Nahmobilität und die Sicherung der Nahversorgung stehen regelmäßig auf der Agenda. Der demografische Wandel wird aktiv gestaltet: Durch attraktiven Wohnraum, gute Schulen und Kitas sowie ein starkes Vereinsnetzwerk gelingt es, junge Familien im Ort zu halten. Die Zusammenarbeit mit den anderen Frechener Stadtteilen und die Einbindung in regionale Entwicklungsprojekte stärken die Resilienz des suburbanen Raums.

Für Besucher bietet Bachem einen authentischen Einblick in das Leben einer gewachsenen Vorortgemeinde mit historischem Kern. Es ist ein Ort, an dem man Geschichte im Alltag spürt: in der barocken Kirche, in den Adelssitzen, in den Flurnamen. Die Kultur ist hier keine Inszenierung, sondern gelebte Praxis. Wer Deutschland jenseits der Großstädte verstehen will, findet in Bachem ein Beispiel dafür, wie dörfliche Tradition, industrielles Erbe und moderne Anbindung sich sinnvoll verbinden lassen.

Ausflüge in die Umgebung

Frechen: Stadtzentrum mit Historischem Rathaus, Keramikmuseum, Einkaufsmöglichkeiten und kulturellem Angebot – nur wenige Minuten entfernt.

Köln: Dom, Museen, Altstadt und Rheinufer – in rund 20 Minuten mit Bahn oder Auto erreichbar.

Hürth: Nachbarstadt mit Erftsee, Naherholungsgebieten und kulturellem Angebot – direkt angrenzend.

Ville: Waldgebiet mit Wander- und Radwegen, Seen und Erholungsmöglichkeiten – direkt vor der Haustür.

Brühl: UNESCO-Weltkulturerbe mit den Schlössern Augustusburg und Falkenlust, Phantasialand – etwa 15 Minuten mit dem Auto.

Erftsee: Künstlicher See mit Strand, Wassersport und Gastronomie – rund 15 Minuten entfernt, perfekt für Tagesausflüge.

Bergheim: Kreisstadt mit Historischem Rathaus, Braunkohle-Museum und Einkaufsmöglichkeiten – etwa 20 Minuten mit dem Auto.

Vorgebirge: Sanfte Höhen mit Weinbergen, Obstplantagen und der Kirschblütenroute – ideal für Radfahrer und Naturliebhaber.

Bachem

 

 
   
   
 
   
   

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