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Altena - Bericht  
   
 
   
   
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Tourist-Information - Altena  
   

Kurzbiografie: Altena

Einwohner: ca. 16.600 in der Gesamtstadt
Lage: Nordrhein-Westfalen, Märkischer Kreis, im Sauerland im Lennetal, umgeben von bewaldeten Höhen des Bergischen Landes und des Sauerlands
Anreise: Über die B236 und B229, die durch das Stadtgebiet führen; Autobahnanbindung über A45 (Abfahrt Altena oder Werdohl) mit kurzer Zufahrt; Bahnanschluss über den Bahnhof Altena an der Ruhr-Sieg-Strecke mit Regionalverkehr Richtung Hagen, Siegen und Köln
Besonderheiten: Burg Altena mit der weltweit ersten ständigen Jugendherberge, Deutsches Drahtmuseum zur lokalen Industriegeschichte, Erlebnisaufzug zur Burg, Pilotkommune für demografischen Wandel, hoher Waldanteil von rund 60 Prozent, Ausgangspunkt für Wanderwege wie den Sauerland-Höhenflug

Ortsbeschreibung: Altena – Burg, Draht und Gemeinschaft im Lennetal

Altena ist eine Stadt, die auf den ersten Blick von ihrer markanten Burg und der engen Tallage geprägt wirkt, bei genauerem Hinsehen aber eine bemerkenswerte Verbindung aus Industriegeschichte, kulturellem Erbe und modernem Gemeinwesen offenbart. Geografisch liegt der Ort im Sauerland, eingebettet in das Tal der Lenne, umgeben von bewaldeten Hängen. Diese Lage hat Altena schon früh zu einem Standort der Metallverarbeitung gemacht: Urkundlich fassbar wird der Ort im 12. Jahrhundert, als die Grafen von Altena die Burg errichteten. Die Kontinuität der Besiedlung und Wirtschaft prägt das Selbstverständnis bis heute: Altena versteht sich nicht als museale Kleinstadt, sondern als lebendiger Wohn- und Arbeitsstandort im Sauerland, in der Vergangenheit und Gegenwart sich sinnvoll verbinden.

Das kulturelle Leben Altenas ist eng mit seiner Burg und der industriellen Tradition verwoben. Die Burg Altena, die weithin sichtbar über der Stadt thront, ist nicht nur architektonisches Wahrzeichen, sondern auch kultureller Mittelpunkt mit mehreren Museen. Das Museum der Grafschaft Mark zeigt die Regionalgeschichte, während das Museum Weltjugendherberge an die Gründung der ersten ständigen Jugendherberge durch Richard Schirrmann im Jahr 1914 erinnert. Das kulturelle Angebot wird durch ein lebendiges Vereinsleben ergänzt: Schützenvereine, Karnevalsgesellschaften, Sportclubs und Musikvereine organisieren das Jahr über Feste und Begegnungen, die den sozialen Zusammenhalt stärken. Besonders das Folkfestival Castle goes Celtic und das traditionelle Schützenfest sind Höhepunkte, die Besucher aus der Region anziehen.

Die regionale Küche ist ein weiterer kultureller Anker. Typisch sauerländische und westfälische Gerichte wie Pfefferpotthast, Panhas, Reibekuchen mit Apfelmus oder Sauerbraten werden in den Gaststätten und bei Vereinsfesten gepflegt. Zunehmend finden auch regionale Produkte aus den umliegenden Höfen den Weg auf die Teller, und einige Landwirte haben sich auf Direktvermarktung spezialisiert. Diese Verbindung von Tradition und Modernität prägt auch das gesellschaftliche Miteinander: Alteingesessene und Zugezogene gestalten das Stadtleben gemeinsam. Die Lage im Lennetal fördert zudem den kulinarischen Austausch mit der Region, was sich in einer bereichernden Vielfalt niederschlägt.

Wirtschaftlich ist Altena heute durch eine Mischung aus Handwerk, Metallindustrie, Dienstleistung und Pendlerstruktur geprägt. Über Jahrhunderte war die Drahtindustrie der wirtschaftliche Motor, was sich bis heute im Deutschen Drahtmuseum widerspiegelt. Die Metallverarbeitung und Zulieferindustrie bilden weiterhin wichtige Wirtschaftszweige, auch wenn der Strukturwandel Herausforderungen mit sich bringt. Als Pilotkommune für den Umgang mit demografischem Wandel hat Altena bundesweit Beachtung gefunden und innovative Ansätze zur Zukunftssicherung ländlicher Räume entwickelt. Die meisten Erwerbstätigen pendeln in die nahegelegenen Zentren wie Hagen, Dortmund oder Siegen. Der Tourismus spielt eine untergeordnete, aber wachsende Rolle: Wanderer auf dem Sauerland-Höhenflug, Kulturinteressierte und Geschichtsbegeisterte schätzen die Authentizität und die Kombination aus Natur und Kultur.

Die politische Kultur Altenas ist geprägt von bürgernaher Mitgestaltung und einem starken Engagement für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Stadt machte bundesweit Schlagzeilen durch ihre aufnehmende Haltung in der Flüchtlingskrise ab 2015 und erhielt dafür den Nationalen Integrationspreis. Themen wie Breitbandausbau, Nahmobilität im ländlichen Raum, Innenstadtentwicklung und die Sicherung der medizinischen Grundversorgung stehen regelmäßig auf der Agenda. Der demografische Wandel wird aktiv gestaltet: Durch attraktiven Wohnraum in ruhiger Lage, eine gute Bildungsinfrastruktur und ein starkes Vereinsnetzwerk gelingt es, junge Familien im Ort zu halten.

Für Besucher bietet Altena einen authentischen Einblick in das ländliche Leben im Sauerland mit industrieller Prägung. Es ist ein Ort, an dem man die Natur riechen, mit Einheimischen ins Gespräch kommen und auf historischen Pfaden wandern kann. Die Kultur ist hier keine Inszenierung, sondern gelebte Praxis. Wer Deutschland jenseits der Großstädte verstehen will, findet in Altena ein Beispiel dafür, wie Industriegeschichte, Burgromantik und moderne Kommunalpolitik sich verbinden lassen.

Ausflüge in die Umgebung

Werdohl: Nachbarstadt mit Lenneufer, Industrie- und Heimatmuseum – nur wenige Minuten entfernt.

Sauerland-Höhenflug: Beliebter Premiumwanderweg mit Panoramaaussichten – direkt ab Altena begehbar.

Lüdenscheid: Nachbarstadt mit Phänomenta Erlebniswelt, Einkaufsmöglichkeiten und Kultur – etwa 15 Minuten mit dem Auto.

Hagen: Stadt mit Folkwang Museum, Karl-Ernst-Osthaus-Museum und Bahnhofsarchitektur – rund 30 Minuten mit der Bahn erreichbar.

Dortmund: Westfalenstadion, Westfalenpark, Museen und Innenstadt – in rund 45 Minuten mit Bahn oder Auto erreichbar.

Köln: Dom, Museen, Altstadt und Rheinufer – in etwa einer Stunde mit der Bahn erreichbar.

Iserlohn: Dechenhöhle, Seilersee und historische Altstadt – etwa 20 Minuten mit dem Auto.

Balve: Höhle von Balve, Festspiele und Naturerlebnis – rund 25 Minuten mit dem Auto.

Hinweise:
- Burg Altena: Museumseintritt ist seit April 2024 frei, Spenden an die Kulturstiftung sind möglich; Erlebnisaufzug als barrierefreier Zugang vom Tal zur Burg.
- Anreise: Bahnhof Altena an der Ruhr-Sieg-Strecke mit Regionalverkehr; Parkplätze am Talfuß der Burg und in der Innenstadt.
- Stadtführungen: Verschiedene Themenangebote ganzjährig buchbar, auch für Kinder und Gruppen geeignet.
- Besondere Veranstaltungen: Schützenfest alle drei Jahre an Fronleichnam, Wochenmarkt wöchentlich, Castle goes Celtic als Folkfestival.
- Praktisch: Altstadt kompakt zu Fuß erkundbar, Parkplätze an der Lennepromenade, mehrere Cafés und Gaststätten mit regionaler Küche.

Altena

 

 
   
   
 
   
   

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